Dongle-am-Parallelport

Dongle am Parallelport wird nicht erkannt: warum die LPT-Steckkarte oft nicht reicht

Viele Mess- und Steuerprogramme aus der XP-Zeit sind mit einem Hardware-Dongle am Parallelport (LPT) geschützt, zum Beispiel einem WIBU-Key. Solange der alte PC läuft, fällt das nicht auf. Beim Umzug auf einen neueren Rechner kommt dann oft die Überraschung: Der neue PC hat keinen Parallelport mehr, also wird eine LPT-Steckkarte eingebaut, und die Software meldet trotzdem „Dongle nicht gefunden“.

Der typische Fall

Ein Messtechnik-Betrieb betreibt eine Koordinatenmessmaschine unter Windows XP. Die Messsoftware wird über einen WIBU-Key am Parallelport freigeschaltet. Im neuen Rechner steckte eine LPT-Steckkarte, Windows erkannte den Anschluss, aber die Software fand den Dongle nicht.

Gelöst wurde das mit einem Mainboard, das den Parallelport direkt auf der Platine hat. Bei der Folgebestellung ein paar Monate später war „Parallelport onboard“ dann die erste Anforderung.

Warum die Steckkarte scheitern kann

Ältere Dongle-Treiber und manche Programme sprechen den Parallelport direkt über seine klassische Hardware-Adresse an (meist 378h, LPT1). Ein Onboard-Port liegt genau dort. Viele neuere PCIe-Parallelkarten bekommen dagegen vom System eine andere Adresse zugewiesen oder arbeiten über einen Brückenchip. Windows zeigt dann zwar einen funktionierenden LPT-Anschluss im Gerätemanager, die Software sucht ihren Dongle aber an der falschen Stelle oder kommt mit dem Timing nicht zurecht.

Ob das bei Ihrer Software so ist, lässt sich vorher selten sicher sagen. Unsere Erfahrung: Mit neueren Steckkarten klappt es oft nicht, mit älteren PCI-Karten meistens, mit einem Onboard-Port fast immer.

Drei Lösungen, nach Sicherheit sortiert

Lösung Erfolgsaussicht Hinweis
Neuere PCIe-LPT-Karte unsicher Bei Druckern meist kein Problem, bei Dongles oft schon
Ältere PCI-LPT-Karte meistens gut Braucht einen freien PCI-Steckplatz (nicht PCIe)
Mainboard mit LPT onboard am sichersten Port liegt an der Standardadresse, keine Zusatzkarte

Was Sie vorher prüfen können

  1. LPT-Modus im BIOS: Viele Dongles brauchen einen bestimmten Modus (SPP, EPP oder ECP). Steht in der Doku des Software- oder Dongle-Herstellers. Bei den meisten Mainboards lässt sich der Modus im BIOS umstellen.
  2. Adresse im Gerätemanager: Unter „Anschlüsse (COM & LPT)“ → LPT1 → Ressourcen. Steht dort nicht 0378, ist das ein Hinweis auf das oben beschriebene Problem.
  3. Dongle-Treiber: Für XP den Treiberstand verwenden, mit dem die Software beim Hersteller freigegeben ist, nicht unbedingt den neuesten.
  4. Ein Kabel, kein Adapter: USB-auf-Parallel-Adapter funktionieren für Drucker, für Dongles praktisch nie.

Unser Vorgehen bei solchen Anfragen

Wenn Sie uns schreiben, dass ein Dongle am Parallelport hängt, planen wir den Port direkt vom Mainboard ein und nicht als Steckkarte. Bei den Industrie-PCs für Windows XP und Windows 7 ist das eine Option im Konfigurator: Der LPT-Anschluss vom Mainboard wird über ein Slotblech nach außen geführt, eingerichtet und vor dem Versand geprüft. Werden zusätzlich PCI-Karten gebraucht, verwenden wir ein Mainboard mit mehr Steckplätzen.

Haben Sie schon einen Rechner mit Steckkarte und der Dongle läuft nicht, ist ein Mainboardtausch oft günstiger als ein neuer PC. Wir haben in diesem Fall ein Mainboard mit vormontierter CPU und Kühler getestet verschickt, der Kunde musste nur das Board tauschen.

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